Ausblick 2030:

01.01.2015
weitere Reduktion ist möglich
Erste Abschätzung zu Treibhausgas-Emissionen 2013

Die Europäische Union (EU) ist bereits auf dem Weg die Klima- und Energieziele für 2020 zu erreichen. In Österreich kann das Umweltbundesamt seit 2005 eine Reduktion der Treibhausgas-Emissionen um ca. 14 % nachweisen – im selben Zeitraum ist die Wirtschaft trotz Krisenjahre um ca. 11 % gewachsen. Das bedeutet, dass viele sektorale Maßnahmen Wirkung zeigen und eine gute Ausgangsposition für die Zielperiode bis 2020. „Erste Abschätzungen für 2013 zeigen allerdings, dass sich dieser Trend nicht fortsetzt. Wir rechnen mit einem Anstieg der Emissionen von 2012 bis 2013 in einer Größenordnung von ca. 0,3 Mio. Tonnen“, erklärt Dr. Jürgen Schneider, Klimaexperte im Umweltbundesamt. „Wir wissen aber auch, dass Potenziale für zusätzliche Maßnahmen nur ungenügend genutzt werden.“

Österreichische Treibhausgasemissionen 2013

 

Im Jahr 2012 waren es 80,1 Mio. Tonnen Treibhausgase, die in Österreich emittiert wurden, nach ersten Abschätzungen gehen die ExpertInnen im Umweltbundesamt für das Jahr 2013 von einer Steigerung um 0,4 % (ca. 0,3 Mio. Tonnen) aus. Im Emissionshandelsbereich sind die Emissionen 2013 zwar um 0,5 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent niedriger als noch 2012, für den Nicht-Emissionshandelsbereich zeichnet sich jedoch ein Anstieg um ca. 0,8 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent ab. Einer der Hauptgründe für den Anstieg ist der gestiegene Absatz von Treibstoffen, insbesondere Diesel. „Im Sektor Verkehr ist die Abhängigkeit von fossiler Energie besonders groß. In den Maßnahmenprogrammen für die nächsten Jahre wird der Verkehr eine stärkere Rolle spielen müssen“, weiß Schneider.

Ausblick 2020
Damit eine Einhaltung der Klima- und Energieziele für Österreich für 2020 realistisch ist, muss das bestehende Maßnahmenprogramm für 2013/2014 um ein Programm 2015/2020 ergänzt werden. Ein Schwerpunkt sind Energieeffizienzmaßnahmen; diese sind unumgänglich, um das im Energieeffizienzgesetz formulierte Ziel, den Energieverbrauch auf 1.050 Petajoule zu vermindern, zu erreichen.

Ausblick 2030
Um die langfristigen Klimaziele zu erreichen und die Energiewende nicht zu gefährden, ist eine baldige Festlegung auf ambitionierte Klima- und Energieziele für 2030 in Europa und Österreich notwendig. Wie Szenarien des WIFO zeigen, weist das BIP-Wachstum eine signifikante Reaktion auf den Energieverbrauch aus: Liegt das BIP-Wachstum pro Jahr bis 2030 bei 2,5 % statt bei 1,5 %, dann nimmt der jährliche Energieverbrauch um 1,5 % statt um 0,8 % zu. Wird allerdings die gesamtwirtschaftliche Energieeffizienz erhöht, sinkt der Energieverbrauch pro BIP-Einheit um 1,4 % pro Jahr. Potenziale für eine höhere Energieeffizienz sind in den Unternehmen vorhanden, ausschlaggebend für diese Entwicklung ist langfristig auch ein höherer CO2-Preis, so das WIFO.

„Eine effiziente Volkswirtschaft braucht eine effiziente, auf erneuerbare Energieträger basierende Energieversorgung. Nur so bleiben wir langfristig wettbewerbsfähig“, ist sich Schneider sicher. Wie Szenarien des Umweltbundesamts zeigen, sind dadurch in den wesentlichen Sektoren Verkehr, Haushalte sowie Industrie und Gewerbe deutliche Einsparungen an Treibhausgasen möglich. Bis 2030 lassen sich diese um ein Drittel (bezogen auf 2005) reduzieren. Zudem kann der Anteil erneuerbarer Energieträger auf über 40 % gesteigert werden, wodurch die Abhängigkeit von importierten fossilen Energieträgern gemindert wird.

Klimaschutzbericht 2014
Im heute veröffentlichten Klimaschutzbericht 2014 hat das Umweltbundesamt die Entwicklung der Treibhausgasemissionen bis 2012 analysiert. Im Mittelpunkt des Berichts stehen Trends und wirtschaftliche Einflussfaktoren der Treibhausgasemissionen in Österreich seit 1990. Das Umweltbundesamt liefert damit wichtige Grundlagen für die Klimapolitik in Österreich. Die Daten für den Klimaschutzbericht stammen aus der nationalen Treibhausgas-Inventur, die das Umweltbundesamt jährlich erstellt.

Weitere Informationen:
Inge Zechmann, Pressesprecherin Umweltbundesamt, Tel.: 01/313 04-5413

Quelle: [umweltbundesamt.at]