Immer Sommerzeit in der EU?

28.10.2014

Jede Zeitumstellung ist nicht nur eine Herausforderung für den Menschen, sie kostet auch Geld. Eine Studie spricht für eine generelle Sommerzeit in der Europäischen Union.

Zeit, Zeitanzeige, Termin, Vereinbarung

Alleine Oberösterreich könnte sich bei einer generellen Einführung der Sommerzeit 85 Mio. Euro pro Jahr ersparen - dies ist der Schluss einer Studie über die energetischen und wohlfahrtsökonomischen Auswirkungen der Zeitumstellung in Oberösterreich. Der Wechsel von Sommer- auf Winterzeit bringt uns morgen Sonntag zwar einen erfreulichen „Zeitgewinn“, generell ist die Zeitumstellung – ein Relikt der Ölkrise in den 70er Jahren – aber kritisch zu sehen.

Eine von Landesrat Anschober beauftragte Studie des Energieinstituts an der JKU Linz zeigt erstmals eine gesamte Quantifizierung von energetischen (für die Bereiche Strom, Raumwärme und Treibstoff) und nicht-energetischen Auswirkungen (Biorhythmus, Wert des veränderten Freizeitverhaltens) der Zeitumstellung. Die Ergebnisse: Das ursprüngliche Argument der Energieeinsparung in der nun startenden Winterzeit ist nur minimal ausgeprägt, stattdessen sollte aus wohlfahrtsökonomischer Sicht die Sommerzeit ganzjährig beibehalten werden. Laut Studie wäre theoretisch durch die Winterzeit eine Ersparnis im Bereich Strom zwar möglich. Durch höhere Treibstoff- und Raumwärme-Aufwendungen werden diese Vorteile aber nahezu kompensiert. Besonders schwer wiegen die nicht-energetischen Effekte – gegen – eine Zeitumstellung: Biorhythmusstörungen, die vermehrt zu Schlafstörungen und Verkehrsunfällen führen. Besonders viel wert ist den Oberösterreicher/innen die Attraktivierung der Freizeitgestaltung am Abend während der Sommerzeit.

Landesrat Anschober: "Um Biorhythmusstörungen zu vermeiden, die Vorteile der Sommerzeit zu nutzen, müsste die ganzjährige Sommerzeit eingeführt werden. Dadurch könnte ein monetärer Nutzen von bis zu max. 110 Mio. Euro jährlich, im Mittel jährlich 85 Mio. Euro, in Oberösterreich generiert werden und somit ein signifikant positiver wohlfahrtsökonomischer Effekt erreicht werden. Es ist klar, dass Oberösterreich alleine die Zeitumstellung nicht reparieren kann, weshalb ich nun mit den Zuständigen in der neuen EU-Kommission hierzu umgehend Kontakt aufnehmen werde, um für eine EU-weite Lösung zu werben."

Quelle: (lebensart.at)