Ölpipeline erzeugt in Salzburg Strom

10.01.2015

Im Salzburger Pinzgau soll Ende 2016 ein weltweit bisher einzigartiges Kraftwerk in Betrieb gehen. Die Transalpine Ölleitung (TAL) will die Gefällestrecke der Rohöl-Pipeline zwischen dem Felbertauern und Mittersill nutzen und mit einer Turbine Strom erzeugen. Die Anlage soll einen Teil der für die Pumpstationen benötigten elektrischen Energie gewinnen. Baubeginn ist das Frühjahr 2015.

"Die Energierückgewinnungsstation funktioniert im Prinzip wie ein Trinkwasserkraftwerk. In das Rohr wird eine Turbine eingebaut und an einen Generator angeschlossen", sagte am Freitag TAL-Geschäftsführerin Ulrike Andres im Zuge eines Pressegesprächs zur APA. Die Anlage soll rund zehn Mio. Euro kosten und zwischen 10 und 11,5 Gigawattstunden Strom pro Jahr produzieren. "Damit kann man rund zwölf Prozent des Energieverbrauchs der Pumpstationen der TAL in Österreich decken." Zum Vergleich: Das neue Salzachkraftwerk in Salzburg-Lehen erzeugt 81 GWh im Jahr.

"Die Energie wurde jahrzehntelang ungenutzt an die Umgebung freigegeben", sagte Andres. Man habe sich deshalb Gedanken gemacht, wie der Betrieb der TAL effizienter zu gestalten sei und Energie eingespart werden kann. Nach Lösung aller technischen Probleme sei das Projekt nun spruchreif: "In den nächsten Tagen sollen sämtliche Genehmigungen vorliegen." Konkret wird die Pipeline zwischen dem höchsten Punkt auf 1.572 Meter und der geplanten Station auf der Taimeralm 237 Höhenmeter auf einer Strecke von nur wenigen Kilometern überwinden. Der erzeugte Strom soll in das Netz der Salzburg Netz GmbH eingespeist werden.

Die Station wird in einer Wanne errichtet und von modernsten Überwachungsinstrumenten kontrolliert. Um einen Schutz vor Naturgefahren und eine landschaftsschonende Bauweise zu gewährleisten, wird das Stationsgebäude großteils eingeschüttet und mit einem eigenen Lawinenschutzdamm gesichert.

Die Transalpine Ölleitung ist die größte Öl-Pipeline Europas und befördert seit 1967 Rohöl von Triest zu acht Raffinerien in Österreich, Deutschland und Tschechien. Die Gruppe besteht aus drei Ländergesellschaften in Deutschland, Österreich und Italien mit insgesamt 210 Mitarbeitern (25 davon in Österreich) und erwirtschaftete zuletzt einen Umsatz von 120 Mio. Euro. Im Vorjahr transportierte die TAL 41,3 Mio. Tonnen Rohöl über ein Leitungsnetz von insgesamt 753 Kilometern. Gesellschafter der TAL sind OMV, Shell, Ruhr Oel, ENI, C-Blue Limited (Gunvor), BP, Exxon Mobil, Phillips 66/Jet Tankstellen, Total und MERO ?R. "Jeder Tropfen, der in Österreich getankt wird, fließt bis auf wenige Ausnahmen durch unsere Pipeline", so Andres.

Quelle: [APA, energynewsmagazine.at]