Wo die Energie herkommt

15.11.2014

Energie war immer schon ein knappes Gut – das meist nur unter Schädigung der UMWELT in ausreichendem Ausmaß herangeschafft werden konnte. Dass das nicht so sein muss, zeigt eine Reihe von innovativen Projekten.

Grüne Mikroalgen zählen zu den erfolgreichsten Lebewesen auf diesem Planeten. Und sie sind auch für uns Menschen sehr interessant: Neben einem hohen Biomasse-ertrag lockt vor allem die Tatsache, dass die Mikroorganismen in ihrem Inneren kleine Öltröpfchen bilden, mit denen sie ihre Schwimmlage im Wasserstabilisieren. Dieses Öl ist sehr hochwertig. Algen bieten einen Ausweg aus der sogenannten Teller-Tank-Diskussion– dass also Biomasse für technische oder energetische Zweck ein Konkurrenz zur Nahrungsmittelherstellung stehen könnte. Dank ihres raschen Wachstums kann in Algenzucht-Anlagen auf einem Hektar Grundfläche bis zu 90 Mal mehr Biomasse geerntet werden als auf Feldern. Bei der Zucht in großtechnischem Maßstab gibt es aber mehrere Probleme. So brauchen Algen zwar Licht, aber es darf nicht zu viel sein. Weiters benötigt das Durchpumpen der Algensuspension durch eine Anlage Energie – zudem stören Pumpen das Wachstum der Algen erheblich. Es gibt viele Technologien, die diese Probleme umgehen wollen, eine österreichische Innovation hat dabei die Nase ganz vorn: Das im Jahr 2008 gegründete Unternehmen Ecoduna hat vor zwei Jahren in Bruck/Leitha eine Anlage eröffnet, bei der in einem Glashaus 22 Module mit je zwölf mal sechs Meter großen, senkrecht aufgehängten Platten stehen, durch die eine Algensuspension fließt. Diese Konstruktion, die auch dem Sonnenstand nachgeführt wird, garantiert eine optimale Belichtung. Das Problem mit den Pumpen wurde dadurch gelöst, dass Gasblasen durch Löcher im Steg unterhalb der Platten eingeblasen werden; beim Aufsteigen ziehen sie die Algensuspension langsam mit sich. Beim eingeblasenen Gashandelt es sich um CO2, das für die Algen der wichtigste Nährstoff ist. Ecoduna hat mittlerweile zweiweitere Anlagen (in Deutschland und Dänemark) gebaut, Verhandlungen für weitere Ablagen laufen –Nachfrage gibt es etwa aus Asien oder dem arabischen Raum. Heuer im Frühling wurde Ecoduna auch mit einem der wichtigsten Umweltpreise der Welt, dem Energy Globe World Award, ausgezeichnet. Die Algenzucht ist eine der neuen Möglichkeiten, Biomasse als Basis einer zukunftsfähigen Wirtschaft zu etablieren. Bei der intelligenten Nutzung von Biomasse spielt Österreich in vielen Bereichen eine maßgebliche Rolle. [...]

Quelle: (Forschung FFG, S. 24)