Zukunftstechnologien als Chance

01.03.2015

Die Technologien der Zukunft bergen neue Chancen für eine nachhaltige Entwicklung, die durch eine gemeinsame Vision der Stakeholder aus Forschung, Wirtschaft und öffentlicher Hand entstehen muss.

Der Klimawandel, die Verknappung der Ressourcen und die alternde Gesellschaft zählen sowohl national als auch international zu den größten Herausforderungen unseres Jahrhunderts. Die österreichische Strategie für Forschung, Technologie und Innovation setzt sich daher als Ziel, Antworten auf diese „Grand Challenges“ zu finden. Wie lässt sich vor dem Hintergrund dieser Herausforderungen und der globalen makroökonomischen Trends wie Globalisierung und Urbanisierung eine nachhaltige Entwicklung erreichen, die nicht nur ökologische, sondern auch ökonomische und gesellschaftliche Aspekte berücksichtigt?

Verknüpfung zu Gesamtsystemen

Große Hoffnung setzt man in diesem Zusammenhang auf Innovationen in den Bereichen Energie, Mobilität, Industrie, Kommunikation und Gesundheit. Zu den Technologien, die unsere Zukunft prägen und hoffentlich auch unsere Lebensqualität verbessern werden, zählen unter anderem smarte Stromnetze, Elektromobilität und intelligente Verkehrssysteme, moderne Kommunikationstechnologien, Cloud-Computing und das Internet der Dinge sowie neue Entwicklungen in Biomedizin und Medizintechnik.

Ein zentrales Merkmal dieser neuen Technologien besteht darin, dass sie immer stärker miteinander interagieren und über die Grenzen der einzelnen Disziplinen hinweg zu Gesamtsystemen verknüpft werden, um Synergien zu erzielen.

Das zeigt sich besonders deutlich am Beispiel „Smart Home“. Das Haus der Zukunft wird mit modernster Leistungselektronik und IKTSystemen so gesteuert, dass es möglichst wenig Energie verbraucht und die selbst erzeugte Energie wahlweise ins Netz einspeist oder zum Laden des Elektroautos in der Garage verwendet. Zugleich ist es mit zahlreichen Sensoren und Schnittstellen ausgestattet und vernetzt, um auch älteren Personen unter dem Stichwort „Ambient Assisted Living“ ein sicheres Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen.

Systemkompetenz stärkt Wirtschaftsstandort

In Zukunft wird es also nicht nur darum gehen, einzelne bahnbrechende Technologien zu entwickeln, sondern diese optimal in ein Gesamtsystem einzubinden. Wie auf den folgenden Seiten ersichtlich, verfügen heimische Unternehmen und Forschungsinstitutionen über umfassendes Know-how in vielen der oben genannten Zukunftsbereichen.

Nun gilt es, diese Expertise in Richtung Systemkompetenz auszubauen und Technologieführerschaft in einzelnen Sektoren zu übernehmen. Damit wäre auch eine Chance für Österreich verbunden, die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie und damit auch den Wirtschaftsstandort insgesamt zu stärken.

„Einzelne Technologien müssen in ein Gesamtsystem eingebunden werden.“

Gemeinsame Vision

Die finanziellen Voraussetzungen dafür sind gut: Laut Statistik Austria wird Österreich 2013 2,81 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts für Forschung & Entwicklung aufwenden und liegt damit unter den Top Fünf der EU28 – allerdings sind weitere Anstrengungen erforderlich, um die Forschungsquote wie geplant bis 2020 auf 3,76 Prozent zu steigern. Für den weiteren Erfolg sind neben finanziellen Ressourcen aber auch der Aufbau international sichtbarer Exzellenz und die Schaffung strategischer Rahmenbedingungen erforderlich.

So benötigt Österreich im Bereich Technologieentwicklung vor allem eine gemeinsame Vision von Stakeholdern aus Forschung, Wirtschaft und öffentlicher Hand, um zur Gruppe der europäischen „Innovation Leader“ vorzustoßen.

Quelle: [zukunftstechnologien.at]